Wir haben kein Telefon gehabt, und so habe ich immer eine Telefonzelle benutzt, wenn ich meine Freunde angerufen habe. So war ich eines Morgens am Telefon und meine Freundin wunderte sich: „Ihr seid noch hier?“. Ich dachte mein Herz hört auf zu schlagen. Wie konnte sie etwas über unsere Pläne wissen? Wir hatten über unsere Flucht in den Westen nur unter uns mit meinem Mann und meiner Mutter gesprochen. Ich habe mir gleich gedacht, dass es jetzt irgendwo eine undichte Stelle gibt. Dann hat sie aber gesagt: „Die Mauer ist offen“. Wir hatten damals keinen Fernseher und so hatten wir die Nachrichten nicht gehört.
Gerlind Mochner (Lehrerin, 1962 in Görlitz geboren)