Im Jahr 1981 war ich zum ersten Mal in der Sowjetunion. Das war spannend. Moskau erfüllte meine Erwartungen, war es doch eine Millionenstadt. Dann sind wir aber Richtung Wladimir durch kleine Dörfer gereist und da trugen die Leute Wasser in Eimern und die Kühe standen vor den Autos. Wir sollten dort eine Verabredung mit den Leuten haben, aber sie waren alle auf den Feldern und wollten ihre Arbeit nicht unterbrechen. Ich habe ein altes Bauernhaus besucht, und es war wie aus einem Märchen, die Zeit stand still. Ich wollte meinen Augen kaum trauen. Dort lebte man noch tief in der Vergangenheit und ich dachte, das hier ist nicht die Zukunft, die man uns versprochen hat.
Jens Förster (Antiquitätenhändler, 1951 in Görlitz geboren)